{"id":307,"date":"2021-09-12T14:26:45","date_gmt":"2021-09-12T13:26:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xn--brger-fr-herborn-jzbg.de\/?p=307"},"modified":"2021-09-12T14:49:45","modified_gmt":"2021-09-12T13:49:45","slug":"bebauung-im-hinterthal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.xn--brger-fr-herborn-jzbg.de\/?p=307","title":{"rendered":"Die Sicht der Anwohner"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Hier ver\u00f6ffentlichen wir den offenen Brief der Anwohner des Hnterthals und der anliegenden Stra\u00dfen an die Fraktionen der Herborner Stadtverordnetenversammlung <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>CDU (Fraktionsvorsitzender Herr H\u00fchne) <br>SPD (Fraktionsvorsitzender Herr Menger)<br>B90\/Die Gr\u00fcne (Fraktionsvorsitzende Frau Garotti)<br>FWG (Fraktionsvorsitzender Herr Enenkel)<br>FDP\/SGH (Stellvertretender Fraktionsvorsitzender <br>Herr Deworetzki, Herr Dr. med. Sbresny) und<br>den Stadtverordnetenvorsteher Herr M\u00fcller<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Herborn, 11.09.2021<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stellungnahme zum geplanten Bauvorhaben der Firma Helm im Hinterthal <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren, <\/p>\n\n\n\n<p>als Anwohner des Hinterthals und der angrenzenden Stra\u00dfen haben wir mit gro\u00dfem Interesse und leider auch Entt\u00e4uschung die Diskussionen zu den geplanten \u00c4nderungen am Bebauungsplan f\u00fcr das ehemalige Toom-Gel\u00e4nde bzw. zu dem auf dem Gel\u00e4nde geplanten Bauprojekt der Firma Helm verfolgt. Auch nach der B\u00fcrgerversammlung von letzter Woche sehen wir eine Reihe von Fragen nicht beantwortet und stehen dem Ausma\u00df der geplanten Bebauung sehr kritisch gegen\u00fcber. Wir m\u00f6chten mit diesem Schreiben noch mal die Gelegenheit nutzen, Ihnen unsere Kritikpunkte am geplanten Bauprojekt wie auch am Prozess der \u00d6ffentlichkeitseinbindung zu diesem Projekt darzulegen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zum Punkt \u00d6ffentlichkeitseinbindung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Statt die \u00d6ffentlichkeit bei einem Projekt dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung und Bedeutung f\u00fcr die Stadt Herborn fr\u00fchzeitig zu informieren und einzubinden, macht es den Eindruck, dass hier insbesondere von Seiten der B\u00fcrgermeisterin auf Zeit gespielt wurde, um nun die bereits getroffenen Absprachen mit der Firma Helm mit Verweis auf den angeblichen zeitlichen Handlungsdruck durch die politischen Entscheidungsgremien durchzujagen. Die Dissonanz zwischen Frau Gronau und Ihnen bzw. Ihren Fraktionen in diesem wie auch bei weiteren Themen wurde dabei in der B\u00fcrgerversammlung sehr deutlich, so dass man sich im Lauf der Veranstaltung die Frage stellen musste, wie unter diesen Rahmenbedingungen grunds\u00e4tzlich \u00fcberhaupt eine Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und den politischen Gremien zum Wohle unserer Stadt und Ihrer B\u00fcrger m\u00f6glich ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Umso entt\u00e4uschender empfinden wir es, dass Ihre Fraktionen mehrheitlich gewillt sind, dem vermeintlichen Druck nachzugeben und dem geplanten Bauprojekt ohne eine dezidierte, vollumf\u00e4ngliche Betrachtung seiner Auswirkungen f\u00fcr die gesamte Stadtentwicklung zuzustimmen. Der angebliche zeitliche Handlungsdruck \u00fcberzeugt hier als Argument f\u00fcr ein schnelles Durchboxen des geplanten Projektes nicht. Schlie\u00dflich h\u00e4tte man mit den Diskussionen zu dem geplanten Bauvorhaben und der eigentlich im Vorfeld \u00fcberf\u00e4lligen Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes zur st\u00e4dtebaulichen Entwicklung Herborns bereits im letzten Jahr gerade vor dem Hintergrund der Kommunalwahl im M\u00e4rz ansto\u00dfen k\u00f6nnen (wenn nicht sogar schon deutlich fr\u00fcher, das betreffende Gel\u00e4nde liegt bekanntlich seit Jahren brach und das Thema der Stadtentwicklung ist auch nicht neu). Das w\u00e4re auch der richtige Zeitpunkt f\u00fcr eine Einbindung der B\u00fcrger gewesen, die auf Basis der Positionen Ihrer Parteien zu einem st\u00e4dtebaulichen Gesamtkonzept im Allgemeinen und zum HelmProjekt im Speziellen ihre Wahlentscheidung h\u00e4tten treffen k\u00f6nnen und damit letztlich auch in die Entscheidungsprozesse eingebunden gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zu unserer Kritik am geplanten Ausma\u00df des Helm-Bauprojektes:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als direkt betroffene Anwohner hat man verst\u00e4ndlicherweise keinen neutralen Blick auf ein Bauvorhaben dieser Dimension in seiner Nachbarschaft. Die Anzahl der geplanten Geb\u00e4ude sowie die Geschossigkeit wird naturgem\u00e4\u00df sehr kritisch von der angrenzenden Nachbarschaft gesehen. Dass es sich hierbei f\u00fcr die Verh\u00e4ltnisse einer Stadt wie Herborn um eine massive Bebauung sowohl hinsichtlich Anzahl als auch Geschossigkeit der Geb\u00e4ude handelt, wird aber nicht nur von den Anwohnern so empfunden. <\/p>\n\n\n\n<p>Dies scheint auch Ihnen bzw. Ihren Fraktionen bewusst zu sein und wurde auch mehrfach in den \u00f6ffentlichen Sitzungen des Bauausschusses zum Ausdruck gebracht. Der vermeintliche Kompromissvorschlag der Firma Helm f\u00fcr (wenige) einzelne Geb\u00e4ude des Gesamtvorhabens die Geschossigkeit von sechs Geschossen plus Staffelgeschoss um ein Geschoss auf f\u00fcnf Geschosse + Staffelgeschoss zu reduzieren, \u00e4ndert an der Gesamtdimension des Vorhabens nur wenig und stellt keine konsensuale L\u00f6sung dar. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem pauschalen Verweis auf die Wohnungsknappheit in Herborn und die Angst vor dem Absprung des Investors nun aber dem geplanten Projekt bzw. der damit verbundenen \u00c4nderungen am Bebauungsplan zuzustimmen, ist daher in der Argumentation f\u00fcr Ihre mehrheitliche Zustimmung sehr d\u00fcrftig. <\/p>\n\n\n\n<p>Unter anderem wurde bislang nicht konkret erl\u00e4utert wie hoch eigentlich der Wohnungsbedarf in Herborn ist, f\u00fcr welche Bev\u00f6lkerungsgruppen das angedachte Projekt Wohnraum schafft (um sozialen Wohnungsbau handelt es sich wie bereits \u00f6ffentlich kommuniziert in jedem Fall nicht), in welcher Gr\u00f6\u00dfenordnung die Stadt Herborn Wohnraum angesichts der gegebenen bzw. damit einhergehend noch zu entwickelnden Infrastruktur zur Verf\u00fcgung stellen kann und im Hinblick auf ihre Attraktivit\u00e4t auch will, wie dieser Wohnraum im Hinblick auf die verschiedenen Interessenslagen angemessen auf das Stadtgebiet verteilt werden kann, welche Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Ausbau der Infrastruktur (Verkehrskonzept, Ausbau Kindertagesst\u00e4tten, Versorgungskonzept, etc.) f\u00fcr geplante Projekte zur Schaffung von mehr Wohnraum erforderlich sind und umgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch in der B\u00fcrgerversammlung von verschiedenen Seiten angemerkt, kann es nicht zielf\u00fchrend f\u00fcr die Entwicklung Herborns sein, jedes geplante Bauprojekt nur f\u00fcr sich zu betrachten, sondern es ist ein Gesamtkonzept f\u00fcr die st\u00e4dtebauliche Entwicklung zu erarbeiten, in dem gerade diese Fragen er\u00f6rtert und beantwortet werden. Damit w\u00fcrden sich dann auch ggf. Nachteile f\u00fcr einzelne Interessensgruppen zumindest erkl\u00e4ren lassen. Uns ist hierbei durchaus bewusst, dass eine st\u00e4dtebauliche Entwicklung nicht alle Einzelinteressen ber\u00fccksichtigen kann und \u00fcbergeordnete Interessen wie eben akuter Wohnungsbedarf durchaus \u00fcber den Einzelinteressen der von entsprechenden Bauprojekten betroffenen Anwohnerschaft stehen kann bzw. wohl auch stehen muss. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine sachgerechte Abw\u00e4gung zwischen den jeweiligen Interessen und die Er\u00f6rterung von Alternativen f\u00fcr einen bestm\u00f6glichen Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessensgruppen sollte dennoch zwingend geboten sein. Diese Abw\u00e4gung ist bei dem Entscheidungsprozess zum Helm-Projekt aber in keiner Weise zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht uns nicht um eine grunds\u00e4tzliche Ablehnung des Projektes. Die Schaffung von Wohnraum auf dem brachliegenden Gel\u00e4nde ist absolut nachvollziehbar und sinnvoll, ebenso wie die allein schon aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden grunds\u00e4tzliche Notwendigkeit zu einer Verdichtung von Wohnraum. Beim Ausma\u00df der Bebauung aber allein die Attraktivit\u00e4t sprich Renditemaximierung f\u00fcr den Investor zu befriedigen, ist ein nicht akzeptables Vorgehen. Es macht hier den Eindruck, dass im Rahmen der Verhandlungen sehr devot gegen\u00fcber dem Investor agiert wurde und keine klare Verhandlungsposition von der Stadt Herborn eingenommen wurde. Der Investor hat das Grundst\u00fcck unter dem aktuell noch g\u00fcltigen Bebauungsplan zu den vermutlich daraus abgeleiteten g\u00fcnstigen Konditionen schlie\u00dflich erworben, so dass man sehr wohl auch von ihm die Bereitschaft zu einer konsensualen L\u00f6sung einfordern kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinsichtlich der Auswirkungen f\u00fcr die angrenzende Nachbarschaft ist \u00fcberdies noch zu ber\u00fccksichtigen, dass mit dem Bauprojekt der GBS, das drei viergeschossige Wohnh\u00e4user mit 60 Wohnungen vorsieht und unmittelbar an das Helm-Projekt angrenzt, bereits ein Gro\u00dfprojekt im Hinterthal genehmigt wurde. In Summe w\u00fcrden damit knapp 300 Wohnungen im Hinterthal neu entstehen, so dass m\u00f6glicherweise 600 bis 800 Menschen neu im Hinterthal angesiedelt w\u00fcrden (einige D\u00f6rfer im Dillkreis sind kleiner). Absolut unverst\u00e4ndlich ist hierbei, warum zum Zeitpunkt des Genehmigungsverfahren hinsichtlich der Bebauungsplan\u00e4nderung f\u00fcr das GBS Projekt vor zwei Jahren nicht bereits \u00fcber eine Plan\u00e4nderung f\u00fcr das gesamte Areal diskutiert und entschieden wurde. Die Stadtverwaltung und der Magistrat h\u00e4tten in diesem Zuge eine Planungsvorlage erstellen bzw. in Auftrag geben k\u00f6nnen, um potenziellen Investoren eine Grundlage f\u00fcr Ihre Vorhaben zu geben. Anstatt dessen \u00fcberl\u00e4sst die Stadt die Planungen zur Stadtentwicklung einem privaten Investor, der sein Vorhaben an der eigenen Gewinnmaximierung ausrichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten Sie aus den genannten Gr\u00fcnden, noch mal ihre Haltung zum Helm-Projekt zu \u00fcberdenken und vor der Entscheidung zu diesem Einzelprojekt die Stadtverwaltung und den Magistrat mit einem von unterschiedlichen Seiten bereits geforderten Gesamtkonzept zur st\u00e4dtebaulichen Entwicklung f\u00fcr Herborn zu beauftragen, in dem die aufgeworfenen Fragen nachvollziehbar gekl\u00e4rt werden. Ferner w\u00fcrden wir es begr\u00fc\u00dfen, wenn Sie bzw. Ihre Fraktionen vor Ort noch einmal in einen pers\u00f6nlichen Dialog mit den Anwohnern treten w\u00fcrden, um die unterschiedlichen Positionen und offenen Fragen zu er\u00f6rtern und nach konsensualen L\u00f6sungen zu suchen. Wir m\u00f6chten an dieser Stelle abschlie\u00dfend betonen, dass wir die Stadtentwicklung Herborns nicht bremsen oder gar blockieren wollen, es geht uns ausschlie\u00dflich und allein um eine sachgerechte Abw\u00e4gung aller Interessenslagen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber R\u00fcckmeldungen zu Terminabsprachen w\u00fcrden wir uns freuen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bertolt und Carolin Dintelmann Hinterthal 6c <br>Gerd-Walter und Anni L\u00f6b Am Birkenhof 6<br>Inge und Karl Binder Am Birkenhof 4<br>Dr. Joachim und Cornelia Cigan Am Birkenhof 3 <br>Swen und Ursula Reuter Austra\u00dfe 21 <br>Sandra Weil Austra\u00dfe 28 <br>Sibylle Cunz-Barnusch und Klaus Barnusch Hinterthal 1a <br>Christian Stuhl Ringofenstra\u00dfe 10 <br>Kathrin Cunz-Baumann und Alexander Cunz Ringofenstra\u00dfe 9 Alexander und Kerstin Sch\u00fcler Hinterthal 14 <br>Familie Kr\u00fcger-Zechlin Austra\u00dfe 20<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier ver\u00f6ffentlichen wir den offenen Brief der Anwohner des Hnterthals und der anliegenden Stra\u00dfen an die Fraktionen der Herborner Stadtverordnetenversammlung CDU (Fraktionsvorsitzender Herr H\u00fchne) SPD (Fraktionsvorsitzender Herr Menger)B90\/Die Gr\u00fcne (Fraktionsvorsitzende Frau Garotti)FWG (Fraktionsvorsitzender Herr Enenkel)FDP\/SGH (Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Herr Deworetzki, Herr Dr. med. 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