{"id":657,"date":"2026-03-24T10:09:51","date_gmt":"2026-03-24T09:09:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xn--brger-fr-herborn-jzbg.de\/?p=657"},"modified":"2026-03-24T10:09:51","modified_gmt":"2026-03-24T09:09:51","slug":"begehung-an-der-dill","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.xn--brger-fr-herborn-jzbg.de\/?p=657","title":{"rendered":"Begehung an der Dill"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ideen f\u00fcr einen lebendigen Flussraum in Herborn<\/h2>\n\n\n\n<p>Rund 40 interessierte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger folgten am Samstag den 21.03.2026 der Einladung des Herborner Vereinsb\u00fcndnisses zu einer Begehung entlang der Dill. Ziel der Veranstaltung war es, die Bachelorarbeit der Landschaftsarchitektur-Studenten Paul Passauer und Florian Schimgen aus Geisenheim vorzustellen, die sich mit einer integrierten Flussraumgestaltung der Dill in Herborn befasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Das B\u00fcndnis, bestehend aus dem BUND Herborn, den Dillkreis J\u00e4gern, den Freunden der Flora Herbornensis, dem Geschichtsverein Herborn, \u201eWir f\u00fcr Herborn\u201c sowie der Natur- und Vogelschutzgruppe 1964 Merkenbach, hatte bereits im Januar zu einer ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Nun konnten sich die Teilnehmenden vor Ort ein Bild von den vorgestellten Konzepten machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgangspunkt der Begehung war die Obertorbr\u00fccke. Hier begann auch die Analyse f\u00fcr die Bachelor Arbeit. Der Student Paul Passauer erl\u00e4uterte die aktuelle Situation: Die Dill ist an dieser Stelle stark verbaut, mit gepflastertem und betoniertem Flussbett. \u201eDer Fluss wirkt steril und bietet kaum Lebensraum f\u00fcr Tiere\u201c, erkl\u00e4rte Passauer. Durch die glatte Oberfl\u00e4che sei zudem die Flie\u00dfgeschwindigkeit erh\u00f6ht, was die \u00f6kologische Qualit\u00e4t weiter mindere.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Konzept sieht vor, den Abschnitt am Obertor aufzuwerten, ohne den Hochwasserschutz zu gef\u00e4hrden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade im Bereich des nahegelegenen Stadtparks spiele dieser eine zentrale Rolle. Das Hochwasser von 1984 sei vielen Herbornern noch in Erinnerung. Die Stadt profitiere von Schutzma\u00dfnahmen der Dill oberhalb Herborns, etwa in Dillenburg, w\u00e4hrend eigene Ma\u00dfnahmen wiederum Auswirkungen auf flussabw\u00e4rts gelegene Orte wie Wetzlar h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Geplant sind unter anderem Holzterrassen auf der sonnenzugewandten Seite des Flusses sowie ein etwa 40 Meter langer Steg, der mit geringem Gef\u00e4lle einen barrierearmen Zugang erm\u00f6glicht. Diese Elemente sollen so konzipiert werden, dass sie im Hochwasserfall keine Hindernisse darstellen oder flexibel angepasst werden k\u00f6nnen. Durch Kies, Steine und gezielte Bepflanzung soll zudem neuer Lebensraum f\u00fcr Fische und Insekten und andere Lebewesen entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg zum zweiten Abschnitt der Bachelor-Arbeit f\u00fchrte die Gruppe am eisernen Steg vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier sei die Dill bereits naturn\u00e4her gestaltet, erl\u00e4uterte Passauer. Anhand dieses Bereichs zeigte er, wie ein funktionierendes Flusshabitat aussehen kann und welche positiven Effekte eine geringere Verbauung hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein weiteres zentrales Element der Arbeit ist die Umgestaltung des sogenannten Schie\u00dfplatzes.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Bereich gilt derzeit aufgrund der st\u00e4ndigen Verm\u00fcllung, Nutzung als Parkplatz und mangelnder Aufenthaltsqualit\u00e4t als wenig attraktiv. Gleichzeitig bietet er durch das Fehlen einer Hochwasserschutzmauer neue M\u00f6glichkeiten: <\/p>\n\n\n\n<p>Die Dill kann sich hier freier entfalten. Passauer schl\u00e4gt vor, den Fluss wieder st\u00e4rker m\u00e4andern zu lassen und durch einen Nebenarm zu erg\u00e4nzen. Trittsteine sollen beide Ufer verbinden, w\u00e4hrend ein Kiesstrand und eine Holzterrasse neue Aufenthaltsbereiche schaffen. Der Platz selbst soll entsiegelt und klimaangepasst begr\u00fcnt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Infrastruktur wird neu bedacht: Der bestehende Parkplatz mit rund 180 Stellpl\u00e4tzen k\u00f6nnte durch ein hochwassersicheres Parkhaus mit Fassadenbegr\u00fcnung und Photovoltaikanlage ersetzt werden. Erg\u00e4nzend sind Nutzungsm\u00f6glichkeiten wie Fahrradverleihstationen oder Gastronomie denkbar, auch stadtnahe Stellpl\u00e4tze f\u00fcr Wohnmobile sind im Konzept enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00d6kologie und Aufenthaltsqualit\u00e4t im Fokus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ziel aller Ma\u00dfnahmen ist es, die Dill wieder st\u00e4rker in das Stadtleben zu integrieren. \u201eDer Fluss soll sichtbar und erlebbar werden\u201c, so Passauer. <\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig steht der \u00f6kologische Nutzen im Vordergrund. Renaturierungsma\u00dfnahmen im urbanen Raum k\u00f6nnten durch F\u00f6rderprogramme von Bund und EU unterst\u00fctzt werden, erfordern jedoch langfristige Planung und breite Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Stadt zeigt bereits Interesse: B\u00fcrgermeister Lukas Winkler hat mit bestehenden Genehmigungen den Weg f\u00fcr eine saisonale Gastronomie an der Dill geebnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Begehung machte deutlich: Die Dill birgt gro\u00dfes Potenzial \u2013 als Naturraum, als Aufenthaltsort und als verbindendes Element in der Stadt. Die vorgestellten Ideen k\u00f6nnten ein erster Schritt sein, dieses Potenzial k\u00fcnftig st\u00e4rker zu nutzen und die Stadt Herborn attraktiver zu gestalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ideen f\u00fcr einen lebendigen Flussraum in Herborn Rund 40 interessierte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger folgten am Samstag den 21.03.2026 der Einladung des Herborner Vereinsb\u00fcndnisses zu einer Begehung entlang der Dill. 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