Bebauung im Hinterthal


Hier möchten wir Sie regelmäßig über die geplanten Bauvorhaben im Hinterthal u.a. auf dem ehemaligen Gelände des Rewe Marktes, vormals Toom Lebensmittel- und Getränkemarkt informieren.

Im Ergebnis sind sich Alle einig, dass Wohnraum benötigt wird, strittig ist aber weiter der Umfang der geplanten Bebauung.

Im Detail verweisen wir auf die Berichterstattung im Herborner Tageblatt am 9. Juli 2021 sowie den Bericht von Siggi Gerdau:

https://gerdaus-welt.de/viele-fragen-zum-herborner-hinterthal/

Bitte lesen Sie hierzu auch den offenen Brief zur Verkehrssituation:

https://gerdaus-welt.de/offener-brief-verkehrskonzept-fuer-das-hinterthal/

Am Mittwoch, den 7.7.2021 ist die nächste Sitzung des Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung, Stadtteilfragen und Wirtschaftsförderung.  
Die Sitzung beginnt um 17 Uhr 30 im Hinterthal und wird nach der Ortsbesichtigung (TOP 2) im Bürgerhaus Merkenbach fortgesetzt. Weiter stehen die Bebauung der GBS im Hinterthal (TOP 4) und die Ablehnung eines Vorhabens am Johannisberg (TOP 5) auf der Tagesordnung. Die gesamte Tagesordnung mit den Sitzungsvorlagen ist im Bürgerinfoportal abrufbar unter: https://sessionnet.krz.de/herborn/bi/si0057.asp?__ksinr=203648

Unsere Haltung

Unsere klare Haltung ist und bleibt es, eine Bebauung mit maximal vier Vollgeschossen (Festlegung im Bebauungsplan IV statt VI) zuzulassen und es bei der Bebauung von 0,6 (statt wie geplant 0,8) zu belassen. Außerdem fordern wir weiter eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange in einem regulären Bauplanänderungsverfahren.

Gegen die Planungen der GBS, viergeschossig mit einer Traufhöhe von 13 Metern, zu bauen, erheben wir keine Bedenken.

Bisheriger Text:
Diese Beschlussvorlage 5. Änderung des Bebauungsplan klingt harmlos, hat es aber in sich. Sie ist m Bürgerinfoportal unter https://sessionnet.krz.de/herborn/bi/info.asp abrufbar, allerdings ohne die Anlagen. 

Im Vorfeld wurde nur das geplante Bauprojekt in der Presse nur kurz vorgestellt.
https://www.mittelhessen.de/lokales/dillenburg/herborn/ex-rewe-gelande-erst-abriss-dann-wohnungen-und-parkhaus_23785711

Zu den Festlegungen im Aufstellungsbeschluss:

Die Grundflächenzahl (GRZ) wird von 0,6 auf 0,8 erhöht, dass bedeutet, dass 80 Prozent der Grundstückfläche bebaut bzw. überbaut werden dürfen.Weiter ist eine bis zu sechsgeschossige Bebauung zulässig. ( Die Anzahl der Vollgeschosse ist, um die Bebauung der Topographie anzupassen, von II auf bis zu VI zu erhöhen.) 

Die Änderung des Bebauungsplanes soll im beschleunigten Verfahren gemäß § 13a BauGB ohne Durchführung einer Umweltprüfung gemäß § 2 (4) BauGB durchgeführt werden. 
Die Ausmaße der geplanten Bebauung bzw. die nach den Festlegungen im Bebauungsplan zulässigen Bebauung sind nur schwer vorstellbar. Denkbar sind Gebäude mit einer Gesamthöhe von bis zu 30 Metern, die noch erheblich über das Niveau der Westerwaldstraße und der dortigen Bebauung hinausragen.

Deshalb forderten wir:

  1. Die Änderung nicht im beschleunigten Verfahren zu beschließen
  2. Ein Umweltverträglichkeitsgutachten zu beauftragen
  3. Die Bedeutung der Festlegungen im Bebauungsplan öffentlich zu erläutern
  4. Die Öffentlichkeit über die Pläne des Investors in anschaulicher Form zu informieren

Wir sehen auch hier wieder ein Beispiel für das nicht mehr hinzunehmende Vorgehen der Verantwortlichen, Bebauungspläne an einzelne Bauvorhaben anzupassen, anstatt das gesamt Quartier z.B. in der Au mit dem Gelände der VITOS Kliniken und dem angrenzenden Wohngebiet zu planen und in ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept einzubetten.

Wir sind nicht gegen eine Bebauung, aber über Dimension und Gestaltung muss öffentlich diskutiert werden. Nicht, dass sich hinterher wieder Alle verwundert die Augen reiben, wenn die Gebäude stehen.

Den Stadtverordneten wurde in der Bauausschusssitzung am 2. Juni 2021 erstmals die Dimension der geplanten Änderung des Bebauungsplans bewusst. Zahlreiche Fragen blieben offen.
Den Bericht im Herborner Tageblatt vom 5. Juni 2021 finden Sie unter https://www.mittelhessen.de/lokales/dillenburg/herborn/hinterthal-bauplane-in-herborn-so-geht-es-weiter_23876555

Unseren Forderungen wurde zunächst entsprochen

Unsere Forderung, nicht zu beschließen, sondern sich ausführlich mit den Festsetzungen im Bebauungsplan und dem geplanten Bauvorhaben auseinanderzusetzen, wurde gefolgt.

In der 27. Kalenderwoche, die am 28. Juni beginnt, sind zwei öffentliche Termine des Ausschusses in Herborn und Gießen geplant – siehe Artikel von Heute. Leider ist im heutigen Artikel nicht mehr die Rede von der angekündigten Bürgerversammlung.

https://www.mittelhessen.de/lokales/dillenburg/herborn/hinterthal-bauplane-in-herborn-so-geht-es-weiter_23876555

Wir möchten an dieser Stelle nochmals betonen, dass es nicht das Ziel der Initiative ist, jegliche Bebauung zu behindern oder gar zu verhindern. Es geht um einen gerechten Ausgleich von sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen.

Wir stören uns weiter an der Art und Weise, wie seitens der Stadt und der Investoren versucht wird, in beschleunigten Verfahren und unter Ausschluss der Öffentlichkeit Tatsachen zu schaffen, ohne ein ausführlichen Diskurs zuzulassen. 

Ebenso schädlich für die weitere Stadtentwicklung sehen wir auch bei diesem Vorgang, die Diskussion um einzelne Standorte und Objekte und fordern weiter einen öffentlichen Diskurs um die Integrierte Stadtentwicklung. 

Es gibt durchaus positive Ansätze, wie der einstimmige Beschluss, den 34 Jahre alten Landschaftsplan, die Gewässerschutzpläne und stadtökologische Gutachten zu aktualisieren. https://www.mittelhessen.de/lokales/dillenburg/herborn/plane-bis-zu-34-jahre-alt-dringend-aktualisieren_23878865

Wir freuen uns, dass es gelungen ist, das Thema „Integrierte Stadtentwicklung“ in das Zentrum der politischen Diskussion zu rücken. Das war längst überfällig.

Wir wünschen uns, dass die Stadt Herborn in einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept für Kernstadt und Stadteile auch Flächen für Wohnbebauung ausweist und es zu einer Umkehr der Verhältnisse kommt. Die Stadt bietet Flächen mit Vorgaben für sozial verträglichen Wohnungsbau an und Investoren suchen nicht mehr die Schwächen in der Bauleitplanung.

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