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Leben mit und an der Dill – eine Zukunftsvision

Hier folgt in Kürze das Sonderheft zum Herunterladen

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Einladung zur Veranstaltung am 23. Januar 2026 im Burger Bürgerhaus

Vereinsbündnis Herborn

BUND Herborn, Dillkreisjäger, Freunde der Flora Herbornensis, Geschichtsverein Herborn, Vogelschutzgruppe Merkenbach, WIR für Herborn

Herborn, im Januar 2026

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsmitglieder und Kommunalpolitiker sowie alle an der Stadtentwicklung interessierten Bürgerinnen und Bürger,

Herborn bietet viele sehens- und erlebenswerte Orte, sie ist eine einladende, offene und attraktive Stadt. Aber fehlt da nicht etwas? Die Dill ist im Erleben der Stadt kaum vorhanden. Eingebettet in Beton werden die Chancen nicht genutzt, die ein Leben mit und an dem Fluss bieten könnten.

Die Herborner Kommunalpolitik hat einen aktuellen Anlauf für eine nachhaltige Stadt-entwicklung gestartet und die Bürgerschaft zu einer aktiven Zukunftsgestaltung aufgerufen. Dazu und zu weiteren Themen (z.B. Hintersand-Parkplatz, Flächenverbrauch, Schutz von Biotopen u.a.m.), möchte das Vereinsbündnis einen konstruktiven Beitrag leisten!

Unter dem Motto „so schön könnte es an der Dill werden“ laden wir Sie daher zunächst zur Präsentation einer Bachelorarbeit ein, die der Merkenbacher Paul Passauer und sein Studien-kollege Florian Schimpgen in 2025 an der Universität Geisenheim vorgelegt haben. 

Zu ihrem Thema „Impulse zur Stadt- und Flussentwicklung“ entwickelten sie spannende Zukunftsvisionen, die sie anschaulich vorstellen werden.
Die Veranstaltung findet am Freitag, dem 23.01.2026 um 19.00 Uhr
im Bürgerhaus in Burg statt. Einlass ist ab 18.30 Uhr. 

Ob solche Zukunftsvisionen für Herborn real werden können, hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Es handelt sich sicher eher um einen „Langstreckenlauf“, aber auch der beginnt bekanntermaßen mit einem „Start“.

Neben Finanzierungsfragen formuliert der Hochwasserschutz dabei eine zentrale Heraus-forderung, denn gerade das Schadensereignis von 1984 ist im kollektiven Gedächtnis ver-ankert. Vieles ist in den letzten vier Jahrzehnten für die Sicherheit geleistet worden, dabei sind aber zentrale ökologische und gestalterische Fragen oft nicht im gleichen Maße beantwortet worden.

Unser Anspruch kann es nicht sein, fertige Konzepte vorzulegen, vielmehr sollen Anregungen aufgezeigt und an die Bürgerschaft, Politik und Wirtschaft weitergegeben werden. Der langjährige Radiomoderator und Kommunikationsexperte Martin Hecht wird die Veranstaltung moderieren.

Mir freue sich auf Ihren Besuch, interessante Gespräche, interessierte Fragen und neue Impulse für Herborns Stadtentwicklung.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Herborner Vereinsbündnis

Kontakt: Vereinsbuendnis-Herborn@web.de

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Engagierte Stadt

Wir beteiligen uns an dem Runden Tisch „Engagierte Stadt“.

Die Engagierte wird getragen von der Stadt Herborn, der AWO Lahn-Dill und der Ahmadiyya Gemeinde Herborn. Beteiligt sind viele Initiativen und Vereine. Weitere Informationen unter: https://www.engagiertestadt.de/herborn/

Am 1. November 2025 haben wir uns aktiv beim Workshop eingebracht, bei dem viele Ideen für das kommende Jahr entwickelt wurden.

Am 18. November erhielten wir die Gelegenheit, unsere Initiative und unsere Ideen im Rahmen einer Sitzung mit über 30 Teilnehmenden vorzustellen.

Hier sehen Sie die Präsentation:

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Herborn gestalten

Am Donnerstag, den 5. Juni 2025 gab es im Bürgerhaus Merkenbach eine Auftaktveranstaltung unter dem Titel „Herborn gestalten, Herborn so bunt ist die Zukunft“. Ziel ist eine breite Bürgerbeteiligung.

In insgesamt acht Teilprojekten soll ein integriertes Planwerk erarbeitet werden, dass als Grundlage für den Flächennutzungsplan 2026/2027 dienen soll.

Zu Beginn wurden die beteiligten Büros und das Vorgehen vorgestellt.

Der Prozess läuft bereits seit rund zwei Jahren. Im Januar fanden Begehungen aller Stadtteile mit den jeweiligen Ortsvorstehern statt.

Unsere Initiative wurde nicht beteiligt, sie war den Beratern auch nicht bekannt. Ronald Lommel und ich haben die Gelegenheit genutzt, auf unsere Bürgerinitiative, das Thesenpapier aus 2021 und diese Homepage hingewiesen.

Drei weitere Zukunftsmärkte und ein Gutachten, in dem alle acht Planwerke zusammengefasst werden, sind vorgesehen

Nach der Einführung wurden für alle zehn Stadtteile diskutiert, was besonders gefällt, was nicht gefällt und was fehlt.

Hier sehen Sie das Beispiel für die Kernstadt.

Die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher haben die jeweiligen Ergebnisse kurz vorgestellt, die nun von den Beratern in das Teil-Planwerk Stadtentwicklung eingearbeitet werden sollen.

Man darf gespannt ein, wie der Prozess sich weiter entwickelt, wir haben angekündigt, uns als Bürgerinitiative aktiv zu beteiligen.

Weiterführende Informationen zu den Planwerken finden Sie auf Herborn Stadtzukunft

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Stadtentwicklung

Vortrag bei den Lions Herborn Schloss am 13. Februar 2025 im Schlosshotel.

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Geschichte des Bahnhofs


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Bahnhof Herborn

Fahrgastbeirat
Sitzung am 12. Juli 2024

Vor-Ort-Termin am Herborner Bahnhof zur aktuellen Situation, den mehrfach verschobenen Ausbauplänen sowie zu den ständigen Verspätungen und Ausfällen der Züge im Lahn-Dill-Kreis.

Bericht im Herborner Tageblatt/Dill-Zeitung – mittelhessen.de und https://epaper.mittelhessen.de/…/2024-07-17_Herborner…

Geschichte des Bahnhofs Herborn

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Erweiterung der Fußgängerzone

Erweiterung der Fußgängerzone, ein Thema, das bewegt!

Seit Wochen beherrschen die Pläne, Holzmarkt und Kornmarkt in den Sommermonaten autofrei zu halten, die Gemüter. Die Gegner haben sich formiert und sich lautstark in der Presse (Anlage) und bei der gestrigen Bürgerversammlung in der Hohen Schule zu Wort gemeldet. Befürworter des Versuchs sind eher verhalten.

Kornmarkt

Bei der Bürgerversammlung standen die Bedenken und offene Ablehnung im Vordergrund, die Vertreter der Fraktionen zeigten sich zurückhaltend und vom massiven Widerstand beeindruckt. Sie werden wohl einknicken. Von einer breiten politischen Mehrheit für den Versuch noch in diesem Jahr scheint Herborn seit gestern Abend weiter entfernt denn je. 

Vermisst haben wir eine Darstellung der Ziele der Massnahme und der geplanten Umsetzung, die der Arbeitskreis, bestehend aus Verwaltung und Fraktionen, auf Grundlage des mit Bürgern erarbeitete Konzepts beraten hatten. Leider kam niemand aus dem Arbeitskreis selbst zu Wort, es wurde nur wenige Folien präsentiert, die viele Fragen offen ließen. Es verwunderte auch nicht, dass konkrete Fragen der Anwohner zum Be- und Entladen, zur Verlagerung der Parkplätze und zur Verkehrsführung ausweichend oder gar nicht beantwortet wurden.

Bei unserem Vor-Ort-Termin am 28. Mai 2022 konnte Bernd Willi Walther als Mitglied des Arbeitskreises alle unsere Fragen beantworten. Der für die Beruhigung vorgesehene Bereich wird nicht zugenagelt, sondern ist weiter für Anwohner und Lieferanten zugänglich. Beim Termin empfahlen wir die Umkehr der Einbahnstraße in der Hainstraße und die Einführung einer „Brötchentaste“ an den Parkscheinautomaten.

Kornmarkt

Neben lautstarken und mit heftigen Beifall unterstützten „Untergangsszenarien“ wie einst bei der Einführung der bestehenden Fußgängerzone, gab es in der Bürgerversammlung auch berechtigte Kritik. 

Mangelnde Kommunikation mit Anwohnern, Betroffenen und Geschäftsinhabern sowie fehlende Informationen zur Bürgerversammlung sowie zum Verkehrsgutachten wurden zu recht kritisiert. Das Verkehrsgutachten aus 2017 soll jetzt im Internet veröffentlicht werden, obwohl der Prozess zur Erstellung bereits unter https://herborn-aktiv.de/verkehrsentwicklungskonzept/ vorgestellt und das Konzept unter https://herborn-aktiv.de/2017/11/20/einzelhandelsentwicklungskonzept-endbericht-steht-zum-download-bereit/ zum Download bereit steht. Nur eine Teilnehmende verwies auf die Fundstelle und dass man bereits Vieles angepackt und wie zum Beispiel den Stadtpark auch umgesetzt hat. Den Entscheidungsträgern und Kritikern sei an dieser Stelle nochmals die Homepage https://herborn-aktiv.de empfohlen. 

Kornmarkt

Wie schön es werden könnte, zeigt sich jeden Freitag beim Wochenmarkt und zuletzt beim Erdbeersonntag. Wir verweisen auf die Bilder, die mehr sagen, als tausend Worte. Herborn ist belebt und der öffentliche Raum dient nicht nur dem abstellen von Blech. Viele haben leider immer noch nicht begriffen, dass Mobilität anders gestaltet werden muss und eine Verkehrswende überfällig ist.

Holzmarkt/Kornmarkt

Alles in Allem kann man von einer enttäuschenden Veranstaltung sprechen, wenn man an einer integrierten zukunftsorientierten Stadtentwicklung interessiert ist. Zum wiederholten Mal müssen wir mangelhafte Kommunikation mit den Bürgern, aber auch zwischen Verwaltung und Politik kritisieren. Bei letzterem hilft eigentlich nur noch eine professionelle Mediation. 

Holzmarkt

Statt über Lösungen zu diskutieren und Ideen zu entwickeln, standen mal wieder Bedenken, Probleme und Hindernisse im Mittelpunkt.
Schade, wieder eine Chance vertan.

Holzmarkt


Vor-Ort-Termin am 28. Mai 2022

Rund zwanzig Mitstreitende haben die Chance genutzt, sich vor Ort ein Bild zumachen und über Lösungen zu diskutieren

Die Fußgängerzone soll um Holzmarkt und Kornmarkt erweitert werden. Ab der Zufahrt zum Parkplatz soll die Mühlgasse bis zur Hauptstraße gesperrt werden.

Kornmarkt

Mit dieser Massnahme, die vom 1. Juli bis Oktober befristet ist, soll die Attraktivität dieses Bereiches und der Altstadt insgesamt verbessert werden. Der Wegfall der rund 20 Parkplätze schafft Raum für die Erweiterung der Außenbestuhlung der Cafe’s, vom Armen Icke, der Holzmarktküche und der Kaffeerösterei und erhöht die Aufenthaltsqualität für Jung und Alt.

Bistro am Kornmarkt

Bernd Willi Walther, Mitglied des Arbeitskreises der das Konzept erarbeitet hat, kann sich auch vorstellen auf dem Kornmarkt Spiele bereit zu stellen. „Wir sind von unserem Konzept überzeugt und hoffen auf eine breite Zustimmung“.

Holzmarkt

Die Zufahrt zur unteren Hauptstraße wird über die Turmstraße gesichert, wie man dies schon von der früheren Regelung an Markttagen kennt. Die Anwohner können die verbleibenden Parkplätze außerhalb der Bereich nutzen. Der Zulieferverkehr und kurzzeitiges Be- und Entladen bleiben gesichert.

Turmstraße

Im Ergebnis waren sich alle Teilnehmende einig, dass man einen Versuch starten sollte und künftig in den Sommermonaten Kornmarkt und Holzmarkt für Spiel, Spaß und Gastronomie nutzen sollte. Die Anregung, die Einbahnregelung in der Hainstraße umzukehren, wurde aufgenommen und soll geprüft werden.

Kritische Stimmen gab es zur Informationspolitik und zur mangelnden Kommunikation mit den betroffenen Anwohner und Geschäften, die Umsatzeinbußen fürchten und Unterschriften gegen die Sperrung sammeln.

Bernd Willi Walther wies darauf hin, dass „Herborn ist anders“.

„In Herborn flanieren die Menschen und kaufen nebenbei ein, in anderen Städten ist das umgekehrt“.

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Bedeutung des Weinbergs

Über den wissenschaftlichen Wert des Herborner Weinbergs

Ein erhaltenswertes Naturdenkmal

von Werner Specht (Greifenstein-Beilstein)

In den letzten Jahrzehnten war es still geworden um die Geologie des Weinbergs. Als Naturdenkmal geschützt, durften dort keine Fossilien mehr gesammelt werden; es sei denn, die gesammelten Objekte dienten wissenschaftlichen Zwecken.

Seit Heinzcarl Bender (1904 – 1978) aus Herborn nicht mehr lebt, hört man nicht mehr viel vom Weinberg. Ihm hatte der Erhalt dieses geologischen Naturdenkmals sehr am Herzen gelegen. Von Zeit zu Zeit hatte er ein Lebensbild des ehemaligen Kulmmeeres bei Herborn veröffentlicht. Hier ein nachempfundenes kurzes Paradigma.

Vor ca. 340 Millionen Jahren war unsere Heimat von einem flachen Meer bedeckt, dem sogenannten Kulmmeer. In der Nähe von Herborn gab es eine Flussmündung, aus der kühles und nährstoffreiches Wasser ins damals tropische Meer gespült wurde. Unter den gegebenen Bedingungen fanden natürlich viele Tiere ihre Lebensgrundlage.

Einige Beispiele: Dreilappkrebse (Trilobiten) durchfurchten den Schlamm, Armfüßer (Brachiopoden) und Muscheln (z. B. Posidonia) besiedelten das Meer, frühe Vorläufer der Tintenfische, die Krummhörner (Goniatiten) und Gradhörner (Orthoceras) schwebten im Wasser. Pflanzenteile trieben im Meer, z. T. heute noch als Fossil auf Schieferflächen gut erhalten, zeigen Landnähe an.

Im Süden entstand später eine Erhebung, die sogenannte Mitteldeutsche Schwelle. Eine Änderung der Verhältnisse trat ein, die Schieferablagerungen wurden durch Grauwackensedimente ersetzt. Diese Ereignisse lassen sich auch am Weinberg studieren. Die Zeit der reichhaltigen Fauna des Meeres endete wohl damit. Soviel als anschauliche Kulisse.

Zwei Poseidons-Muscheln, je 3 cm (Posidonia becheri), darunter ein Schachtelhalmstengel. Fundort: Kulmschiefer Erdbach. Foto: Werner Specht.

Was hinterließ nun dieses Kulmmeer an außergewöhnlichen Funden? Den wohl bedeutendsten Fund eines Fossils beschrieb Professor Goldfuss 1838. Ein Gliederfüßler namens Bostrichopus antiquus, von dem man zunächst annahm, dass es eine Spinne sei, die vom Land in das Meer gelangt war. Prof. Gerhard Hahn (Marburg) hat dieses Tier jedoch später als Larve eines Krebstieres bestimmt, das schwebend im Meer gelebt hat. Ein bisher einmaliger Fund! Eine größere Bearbeitung des Weinbergs hat Dr. ing. Wolfdrietrich Bindemann (Herborn) durchgeführt.

Bostrichopus antiquus, (a) das ganze Tier, (b) der Rumpf, (c) einzelne Ranke, vergrößert.

Aus: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905

Als geologisch Interessierter hat er die Weinbergschichten geologisch vermessen, jedes einzelne Schichtpaket und dessen Lage wurde notiert. Dabei stellte er fest, dass die Ablagerungen des Weinbergs 112 m betragen, während die gleichen Schichten im Sauerland nur 1 m messen. Wie kommt das? Im hier untersuchten Gebiet befand sich die oben erwähnte Flussmündung, die ihre Sinkstoffe immer weiter ins Meer hinaus verlagerte. Dabei häuften sich die Ablagerungen an.

Bei der genauen Erforschung der Weinbergschichten machte Bindemann 1938 als Primaner eine sensationelle Entdeckung: Er fand die Reste eines bisher noch nicht entdeckten Seeigels, der in Teilen auf den Schichten lag. Diese Teile gehörten zu dem kompliziert gebauten Kauapparat dieses Seeigels. Plinius nannte den Seeigel-Kauapparat die „Laterne des Aristoteles“. Die Zähne der „Herborner Laterne“ sind gezackt, was bisher nur bei einer einzigen aber jüngeren Seeigelart aus Amerika beobachtet wurde. Der Fund des Herborner Seeigels wurde nach dem Finder Meekechinus herbornensis Bindemann genannt.

Es wurden von Bindemann allerdings noch mehr Tierarten gefunden, nämlich über 100, z. T. neue Arten. Mit seinem Namen verbunden sind außerdem der Trilobit Carbonocoryphe bindemanni und ein Goniatit mit Namen Girtyoceras bindemanni.

Vergrößertes Modell der „Laterne des Aristoteles“.
Sie dient zum Beißen und Nagen bei den Seeigeln. Der griechische Gelehrte hat die Funktion dieses Werkzeuges schon gekannt und beschrieben. Bild aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 28.09.1994, Repro: Werner Specht.

Tafel 1 aus Dr. Bindemanns Sonderdruck (Senckenbergiana 1938). Die Einzelteile der „Herborner Laterne“. Repro: Museum Herborn.

Der Goniatit Girtyoceras bindemanni, ca. 5 cm. Rechts unten eine Posidonia-Muschel.-Kulm.- Fundort: Erdbach. Foto: Wolfgang Paul.

Ein Göttinger Student hat Anfang der 1970er Jahre für seine Doktorarbeit auf die Unterlagen von Dr. ing. Bindemann zurückgreifen können. Diese Dissertation umfasst eine bestimmte Zone aus der Kulmzeit, wobei Goniatiten noc als Leitfossilien dienten. Mit einbezogen in die Arbeit waren die gleichen Schieferschichten des Kulmzeitraumes im Sauerland.

Um die Vielzahl der Trilobitenarten aus der Kulmzeit haben sich Prof. G. Hahn und seine Ehefrau Renate (Marburg) verdient gemacht. Fast alle Trilobitenarten wurden von ihnen bestimmt.

Vor längerer Zeit gelang eine weitere wichtige Entdeckung in den Weinbergschichten. Durch Zufall wurden die Reste eines Schlangensterns entdeckt. beschrieben wurde dieser Fund 1981 von den Professoren Gerhard Hahn und Carsten Brauckmann. Ein Resümee war: „Die Schlangensterne im Kulm bei

Herborn zeigen erneut an, dass der Meeresboden besiedelt war und die Lebensbedingungen damit nicht ungünstig waren.“

Schachtelhalmstengel, Länge 8 cm. Im Kulmschiefer von Dainrode bei Frankenberg/Hessen. Foto: Werner Specht.

Auch eine Pflanzenseltenheit gab es. Ein ehemaliger Herborner, Stephan Spitzer, fand vor vielen Jahrzehnten eine Schieferplatte mit dem Abdruck einer Blattscheide mit gegabelten Enden von einem urzeitlichen Schachtelhalm. Die Untersuchung im Senckenbergmuseum ergab, dass es sich um eine neue unbekannte Form handelt. Prof. Leistikow (Frankfurt) ehrte auch hier den Finder mit dessen Namen: Archaeophyllumspitzeri.

Es wurden hier hauptsächlich berühmte Einzelfunde aus den Herborner Weinbergschichten aufgezählt und beschrieben, um die wissenschaftliche Bedeutung dieses Naturdenkmals zu würdigen. Eine vollständige Erhaltung des Weinbergs wäre eigentlich eine Selbstverständlichkeit, denn mit Sicherheit birgt der Weinberg noch viele geologische Kostbarkeiten.

Literaturverzeichnis

Bender, H. C. (1959a): Am urzeitlichen Meeresstrand in Herborn. Heimatjahrbuch für den Dillkreis 1959.

Bender, H. C. (1973b): Faszinierende Jagd in der heimatlichen Urgeschichte. Herborner Tageblatt, 05. Januar 1973.

Bindemann, Dr. ing. W. (1938a): Ein Echinid mit Laterne aus dem Kulm von Herborn.

Senckenbergiana, Band 20, Frankfurt am Main. Sonderdruck.

Anonymus (b): Leitfossilien in der Schieferwand. Dillzeitung. 14. Oktober 1959

Bindemann, Dr. ing. W. (1962c): Mündliche Aussage.

Flick, H. (2013): Das Rheinische Schiefergebirge – eine geologische Geschichte. Aufschluss 64, Heidelberg. Sonderdruck.

Hahn, G. und Hahn, R. (1975): Die Trilobiten des Ober-Devon, Karbon und Perm. Berlin (Bornträger).

Hahn, G. und Brauckmann, C. (1981): Ein neuer Ophiuren-Fund aus dem Kulm von Herborn.

Geol. Jb. Hessen 109, Wiesbaden. Sonderdruck.

Kükenthal, W. (1920): Zoologisches Praktikum. Verlag G. Fischer. Jena.

Nicolaus, H. J. (1958): Zur Stratigraphie und Fauna der crenistria-Zone im Kulm des Rheinischen Schiefergebirges. Diss. Univ. Göttingen

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Regionalplan Mittelhessen

Wir erwarten, dass die Regionalplanung im Sinne einer Entwicklungsplanung die akuten Anforderungen, die sich aus dem Demografischen Wandel, der Digitalisierung der Gesellschaft, dem Klimaschutz und der Verkehrswende ergeben, beschreibt und lösungsorientierte zukunftsgewandte Festlegungen trifft.

Dieser Erwartung wird der Entwurf des Regionalplans Mittelhessen, der im September 2021 von der Regionalversammlung beschlossen wurde nicht gerecht.

Der beschlossene Entwurf der Fortschreibung des Regionplans Mittelhessen beschreibt in weiten Teilen den Status Quo oder gibt bereits getroffene Beschlüsse nur wieder – wie etwa bei der Reaktivierung stillgelegter Bahnlinien.

Wir vermissen Festlegungen für die künftige Entwicklung der Städte und Gemeinden in der Region, die sich an den akuten gesellschaftlichen Fragen orientieren.

Demografischer Wandel
Wie kann und soll dem demografischen Wandel, der schrumpfenden Bevölkerungsentwicklung und der „Landflucht“ begegnet werden.
Während Mittelhessen schrumpft, muss die Rhein-Main-Region mit „Wachstumsschmerzen“ kämpfen.

Klimawandel und Klimaschutz
Für diese größte Herausforderung unserer Zeit finden sich im Regionalplanentwurf keine oder nur unzureichende Ansätze. Wir vermissen z.B. beim Thema Hochwasserschutz das bereits geplante Rückhaltebecken an der oberen Dill nördlich von Haiger.

Verkehrswende
Das Kapitel 7 gibt nur die bereits bekannten und beschlossenen Maßnahmen wieder ohne weitere Festlegungen zu treffen. Jede Kommune für sich, die Landkreise und die Region sollte Verkehrskonzepte entwerfen, die Verkehrsvermeidung und Mobilitätsmix in den Mittelpunkt stellen.

Digitalisierung und sich ändernde Arbeitsbedingungen
In neuen Arbeitsformen, Mobilem Arbeiten und der Digitalisierung sehen wir Chancen für Herborn und die Region, die auch einen Beitrag zur Verkehrsvermeidung und damit zum Klimaschutz leisten können. Hier fehlen Ziele und Festlegungen zum Ausbau der Netze.

Wir beteiligen uns mit drei konkreten Anregungen, die sich auf Herborn beziehen:

Nr. 1: Wir beantragen die Aufnahme der historischen Altstadt in Herborn als Baudenkmal

Herborns Altstadt ist geprägt von einem historischen Kern, der in seiner Gesamtheit zu schützen ist. Besondere Baudenkmale sind das Historische Rathaus, die Hohe Schule, die Corvin‘sche Druckerei, die evangelische Stadtkirche und das Herborner Schloss sowie zahlreiche Fachwerkhäuser, die teilweise als Einzelgebäude Denkmalschutz genießen.
Gerade die Gesamtheit dieses Teils der Altstadt sollte als Ganzes erhalten bleiben. Trotz einzelner Bausünden hat sich die Altstadt sowie der Kirchberg und der Schlossberg den Eindruck einer geschlossenen historischen Siedlung bewahren können. Während viele Gebäude denkmalgerecht saniert wurden, verfallen die Corvin’sche Druckerei zusehens und stehen anderen Gebäude der Abriss bevor.
Das gesamte Ensemble in seinem jetzigen Bestand sollte unter Denkmalschutz gestellt werden. Als räumliche Begrenzung wird die in Teilen noch sichtbare ehemalige Stadtmauer sowie die anliegenden Straßen vorgeschlagen.

Nr. 2: Wir beantragen die Aufnahme des Weinbergs in Herborn als Bodendenkmal

Zu der Bedeutung des Weinbergs verweisen wir auf den Beitrag von Herrn Werner Specht, der uns freundlicherweise gestattet hat, seine Ausführungen für unseren Antrag zu verwenden.

Nr. 3: Wir beantragen das Wildgehege Herborn in die Liste der Erholungsgebiete (Tabelle 12) aufzunehmen

Das Wildgehege Herborn ist ein im nördlichen Stadtwald gelegenes Naherholungsbiet für Jung und Alt. 

Der als gemeinnützig anerkannte Verein „Förderverein Wildgehege Herborn“ hat es sich satzungsgemäß zur Aufgabe gemacht, den Naturschutz und die Landschaftspflege im Sinne der Naturschutzgesetze des Bundes und des Landes Hessen, der Umwelt- und Tierschutz, sowie die Umwelterziehung zu fördern. Weitere Informationen zum Verein und zum Wildgehege unter https://www.wildgehege-herborn.de