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Die Sicht der Anwohner

Hier veröffentlichen wir den offenen Brief der Anwohner des Hnterthals und der anliegenden Straßen an die Fraktionen der Herborner Stadtverordnetenversammlung

CDU (Fraktionsvorsitzender Herr Hühne)
SPD (Fraktionsvorsitzender Herr Menger)
B90/Die Grüne (Fraktionsvorsitzende Frau Garotti)
FWG (Fraktionsvorsitzender Herr Enenkel)
FDP/SGH (Stellvertretender Fraktionsvorsitzender
Herr Deworetzki, Herr Dr. med. Sbresny) und
den Stadtverordnetenvorsteher Herr Müller

Herborn, 11.09.2021

Stellungnahme zum geplanten Bauvorhaben der Firma Helm im Hinterthal

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Anwohner des Hinterthals und der angrenzenden Straßen haben wir mit großem Interesse und leider auch Enttäuschung die Diskussionen zu den geplanten Änderungen am Bebauungsplan für das ehemalige Toom-Gelände bzw. zu dem auf dem Gelände geplanten Bauprojekt der Firma Helm verfolgt. Auch nach der Bürgerversammlung von letzter Woche sehen wir eine Reihe von Fragen nicht beantwortet und stehen dem Ausmaß der geplanten Bebauung sehr kritisch gegenüber. Wir möchten mit diesem Schreiben noch mal die Gelegenheit nutzen, Ihnen unsere Kritikpunkte am geplanten Bauprojekt wie auch am Prozess der Öffentlichkeitseinbindung zu diesem Projekt darzulegen.

Zum Punkt Öffentlichkeitseinbindung:

Statt die Öffentlichkeit bei einem Projekt dieser Größenordnung und Bedeutung für die Stadt Herborn frühzeitig zu informieren und einzubinden, macht es den Eindruck, dass hier insbesondere von Seiten der Bürgermeisterin auf Zeit gespielt wurde, um nun die bereits getroffenen Absprachen mit der Firma Helm mit Verweis auf den angeblichen zeitlichen Handlungsdruck durch die politischen Entscheidungsgremien durchzujagen. Die Dissonanz zwischen Frau Gronau und Ihnen bzw. Ihren Fraktionen in diesem wie auch bei weiteren Themen wurde dabei in der Bürgerversammlung sehr deutlich, so dass man sich im Lauf der Veranstaltung die Frage stellen musste, wie unter diesen Rahmenbedingungen grundsätzlich überhaupt eine Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und den politischen Gremien zum Wohle unserer Stadt und Ihrer Bürger möglich ist.

Umso enttäuschender empfinden wir es, dass Ihre Fraktionen mehrheitlich gewillt sind, dem vermeintlichen Druck nachzugeben und dem geplanten Bauprojekt ohne eine dezidierte, vollumfängliche Betrachtung seiner Auswirkungen für die gesamte Stadtentwicklung zuzustimmen. Der angebliche zeitliche Handlungsdruck überzeugt hier als Argument für ein schnelles Durchboxen des geplanten Projektes nicht. Schließlich hätte man mit den Diskussionen zu dem geplanten Bauvorhaben und der eigentlich im Vorfeld überfälligen Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes zur städtebaulichen Entwicklung Herborns bereits im letzten Jahr gerade vor dem Hintergrund der Kommunalwahl im März anstoßen können (wenn nicht sogar schon deutlich früher, das betreffende Gelände liegt bekanntlich seit Jahren brach und das Thema der Stadtentwicklung ist auch nicht neu). Das wäre auch der richtige Zeitpunkt für eine Einbindung der Bürger gewesen, die auf Basis der Positionen Ihrer Parteien zu einem städtebaulichen Gesamtkonzept im Allgemeinen und zum HelmProjekt im Speziellen ihre Wahlentscheidung hätten treffen können und damit letztlich auch in die Entscheidungsprozesse eingebunden gewesen wären.

Zu unserer Kritik am geplanten Ausmaß des Helm-Bauprojektes:

Als direkt betroffene Anwohner hat man verständlicherweise keinen neutralen Blick auf ein Bauvorhaben dieser Dimension in seiner Nachbarschaft. Die Anzahl der geplanten Gebäude sowie die Geschossigkeit wird naturgemäß sehr kritisch von der angrenzenden Nachbarschaft gesehen. Dass es sich hierbei für die Verhältnisse einer Stadt wie Herborn um eine massive Bebauung sowohl hinsichtlich Anzahl als auch Geschossigkeit der Gebäude handelt, wird aber nicht nur von den Anwohnern so empfunden.

Dies scheint auch Ihnen bzw. Ihren Fraktionen bewusst zu sein und wurde auch mehrfach in den öffentlichen Sitzungen des Bauausschusses zum Ausdruck gebracht. Der vermeintliche Kompromissvorschlag der Firma Helm für (wenige) einzelne Gebäude des Gesamtvorhabens die Geschossigkeit von sechs Geschossen plus Staffelgeschoss um ein Geschoss auf fünf Geschosse + Staffelgeschoss zu reduzieren, ändert an der Gesamtdimension des Vorhabens nur wenig und stellt keine konsensuale Lösung dar.

Mit dem pauschalen Verweis auf die Wohnungsknappheit in Herborn und die Angst vor dem Absprung des Investors nun aber dem geplanten Projekt bzw. der damit verbundenen Änderungen am Bebauungsplan zuzustimmen, ist daher in der Argumentation für Ihre mehrheitliche Zustimmung sehr dürftig.

Unter anderem wurde bislang nicht konkret erläutert wie hoch eigentlich der Wohnungsbedarf in Herborn ist, für welche Bevölkerungsgruppen das angedachte Projekt Wohnraum schafft (um sozialen Wohnungsbau handelt es sich wie bereits öffentlich kommuniziert in jedem Fall nicht), in welcher Größenordnung die Stadt Herborn Wohnraum angesichts der gegebenen bzw. damit einhergehend noch zu entwickelnden Infrastruktur zur Verfügung stellen kann und im Hinblick auf ihre Attraktivität auch will, wie dieser Wohnraum im Hinblick auf die verschiedenen Interessenslagen angemessen auf das Stadtgebiet verteilt werden kann, welche Maßnahmen für den Ausbau der Infrastruktur (Verkehrskonzept, Ausbau Kindertagesstätten, Versorgungskonzept, etc.) für geplante Projekte zur Schaffung von mehr Wohnraum erforderlich sind und umgesetzt werden können.

Wie auch in der Bürgerversammlung von verschiedenen Seiten angemerkt, kann es nicht zielführend für die Entwicklung Herborns sein, jedes geplante Bauprojekt nur für sich zu betrachten, sondern es ist ein Gesamtkonzept für die städtebauliche Entwicklung zu erarbeiten, in dem gerade diese Fragen erörtert und beantwortet werden. Damit würden sich dann auch ggf. Nachteile für einzelne Interessensgruppen zumindest erklären lassen. Uns ist hierbei durchaus bewusst, dass eine städtebauliche Entwicklung nicht alle Einzelinteressen berücksichtigen kann und übergeordnete Interessen wie eben akuter Wohnungsbedarf durchaus über den Einzelinteressen der von entsprechenden Bauprojekten betroffenen Anwohnerschaft stehen kann bzw. wohl auch stehen muss.

Eine sachgerechte Abwägung zwischen den jeweiligen Interessen und die Erörterung von Alternativen für einen bestmöglichen Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessensgruppen sollte dennoch zwingend geboten sein. Diese Abwägung ist bei dem Entscheidungsprozess zum Helm-Projekt aber in keiner Weise zu erkennen.

Es geht uns nicht um eine grundsätzliche Ablehnung des Projektes. Die Schaffung von Wohnraum auf dem brachliegenden Gelände ist absolut nachvollziehbar und sinnvoll, ebenso wie die allein schon aus ökologischen Gründen grundsätzliche Notwendigkeit zu einer Verdichtung von Wohnraum. Beim Ausmaß der Bebauung aber allein die Attraktivität sprich Renditemaximierung für den Investor zu befriedigen, ist ein nicht akzeptables Vorgehen. Es macht hier den Eindruck, dass im Rahmen der Verhandlungen sehr devot gegenüber dem Investor agiert wurde und keine klare Verhandlungsposition von der Stadt Herborn eingenommen wurde. Der Investor hat das Grundstück unter dem aktuell noch gültigen Bebauungsplan zu den vermutlich daraus abgeleiteten günstigen Konditionen schließlich erworben, so dass man sehr wohl auch von ihm die Bereitschaft zu einer konsensualen Lösung einfordern kann.

Hinsichtlich der Auswirkungen für die angrenzende Nachbarschaft ist überdies noch zu berücksichtigen, dass mit dem Bauprojekt der GBS, das drei viergeschossige Wohnhäuser mit 60 Wohnungen vorsieht und unmittelbar an das Helm-Projekt angrenzt, bereits ein Großprojekt im Hinterthal genehmigt wurde. In Summe würden damit knapp 300 Wohnungen im Hinterthal neu entstehen, so dass möglicherweise 600 bis 800 Menschen neu im Hinterthal angesiedelt würden (einige Dörfer im Dillkreis sind kleiner). Absolut unverständlich ist hierbei, warum zum Zeitpunkt des Genehmigungsverfahren hinsichtlich der Bebauungsplanänderung für das GBS Projekt vor zwei Jahren nicht bereits über eine Planänderung für das gesamte Areal diskutiert und entschieden wurde. Die Stadtverwaltung und der Magistrat hätten in diesem Zuge eine Planungsvorlage erstellen bzw. in Auftrag geben können, um potenziellen Investoren eine Grundlage für Ihre Vorhaben zu geben. Anstatt dessen überlässt die Stadt die Planungen zur Stadtentwicklung einem privaten Investor, der sein Vorhaben an der eigenen Gewinnmaximierung ausrichtet.

Wir bitten Sie aus den genannten Gründen, noch mal ihre Haltung zum Helm-Projekt zu überdenken und vor der Entscheidung zu diesem Einzelprojekt die Stadtverwaltung und den Magistrat mit einem von unterschiedlichen Seiten bereits geforderten Gesamtkonzept zur städtebaulichen Entwicklung für Herborn zu beauftragen, in dem die aufgeworfenen Fragen nachvollziehbar geklärt werden. Ferner würden wir es begrüßen, wenn Sie bzw. Ihre Fraktionen vor Ort noch einmal in einen persönlichen Dialog mit den Anwohnern treten würden, um die unterschiedlichen Positionen und offenen Fragen zu erörtern und nach konsensualen Lösungen zu suchen. Wir möchten an dieser Stelle abschließend betonen, dass wir die Stadtentwicklung Herborns nicht bremsen oder gar blockieren wollen, es geht uns ausschließlich und allein um eine sachgerechte Abwägung aller Interessenslagen.

Über Rückmeldungen zu Terminabsprachen würden wir uns freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Bertolt und Carolin Dintelmann Hinterthal 6c
Gerd-Walter und Anni Löb Am Birkenhof 6
Inge und Karl Binder Am Birkenhof 4
Dr. Joachim und Cornelia Cigan Am Birkenhof 3
Swen und Ursula Reuter Austraße 21
Sandra Weil Austraße 28
Sibylle Cunz-Barnusch und Klaus Barnusch Hinterthal 1a
Christian Stuhl Ringofenstraße 10
Kathrin Cunz-Baumann und Alexander Cunz Ringofenstraße 9 Alexander und Kerstin Schüler Hinterthal 14
Familie Krüger-Zechlin Austraße 20

Bärentreff

Am 8. September 2021 hatte der Verkehrsverein Herborn e.V. nach achtzehn Monaten Pause zum ersten Bärentreff in 2021 eingeladen. Der Bärentreff ist ein traditionelles monatliches Treffen zu dem der Verkehrsverein neben seiner Mitgliedschaft die Vorsitzenden der Herborner Vereine und Vertreter aus Verwaltung und Politik zum Dialog einlädt. Der Bärentreff findet an unterschiedlichen Orten und zu Themen statt, die die Menschen in Herborn bewegen.

Zum Thema „Integrierte Stadtentwicklung“ konnten die Initiatoren Ronald Lommel und Hans-Dieter Wieden Anlass der Gründung, die Ideen der Initiative und dieVision 2051 vorstellen.

Der Ort in einem Zelt am ehemaligen Richterturm war gut gewählt, passt er doch zu einem der Schwerpunkte der Vision 2051 „Gesundes Leben am Fluss“.

Zu Beginn stand der Impulsvortrag anhand von Folien.

Weitere 15 Folien

An der sich anschließenden lebhaften Diskussion beteiligten sich unter anderen Beate Jakob (TV Herborn), Birgit Nickel (ehemalige Stadtverordnete), Daniel Sattler (Stadtverordneter), Klaus Schreiner (Vorsitzender Geschichtsverein), Marianne Stock (Vorsitzende AAK und Jutta Waschke (Johanneum).

Bei allen Anwesenden herrschte Einvernehmen, dass die Entwicklung Herborns mit einer breiten Beteiligung der Bürgerschaft erfolgen soll.

Wie geht es weiter

Der Verkehrsverein und die die Initiative Wir für Herborn wollen den Diskurs fortsetzen und die Stadtentwicklung aus unterschiedlichen Sichten diskutieren.

Eingeladen werden sollen die Initiative „Essbare Stadt“, die von Kerstin Ziegler geleitet wird, sowie die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung und des Verkehrsausschusses, wenn das Verkehrskonzept vorliegt. Frank Pletka wünscht sich, dass wieder mehr Vertreter aus Politik und Verwaltung regelmäßig an den Bärentreffs teilnehmen. Selbstverständlich werden wir in der alten Tradition auch wieder einmal im Jahr das Stadtoberhaupt zu einem Bericht aus der Stadtpolitik einladen. 

Weitere Informationen

Bärentreffs sind am 13. Oktober10. November und 8. Dezember 2021 geplant. In diesem Jahr soll es auch wieder den traditionellen Grenzgang zwischen den Jahren geben.

Verkehrsverein

Vorsitzender Frank Pletka, Konrad-Adenauer-Str. 38 35745 Herborn
Tel.: 02772-58371-0, Mail: info@ablegis.de

Vision 2051

WIR FÜR HERBORN

Die „Vision 2051“ haben viele Bürgerinnen und Bürger sehr positiv aufgenommen. Hier für Sie ein paar Stichworte zum Weiterdenken. 

  1. Herborn ist Zukunft

Wir wollen den Stillstand beenden. Demografie, Digitalisierung, neue Arbeitsformen und der Wandel des stationären Einzelhandels erfordern handeln statt verwalten. Alle Kommunen sind gefordert sich den neuen Anforderungen zu stellen.

Herborn hat eine gute Ausgangslage. Herborn liegt im Dreiländereck und zwischen Lahn-Dill-Bergland und am Fuße des Westerwaldes. Herborn ist anders und so bunt wie das Leben! Mir freue sich!

  • Neues Bauen in der Stadt – baurechtliche Maßnahmen 

Wir wollen verhindern, dass weiterhin einzelne Großobjekte in der Stadt gebaut werden, die das Gesamtbild zerstören. Gemeinwohl muss klaren Vorrang vor wirtschaftlichen Eigeninteressen genießen.

Wir erwarten, dass die Verantwortlichen in der Stadt ein klares Konzept mit einer umfassenden Bürgerbeteiligung für die nächsten 30 Jahre entwickeln und den Diskurs mit baurechtlichen Mitteln, wie Entwicklungssatzungen, Veränderungssperren, Bebauungsplänen und einem Gestaltungsbeirat absichern.

  • Transparenz, Empathie und Bürgerbeteiligung

Wir wollen verhindern, dass Entscheidungen weiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit hinter den Kulissen ausgekungelt werden.

Wir wünschen uns, dass über neue Planungen und Projekte die Öffentlichkeit umfassend und ehrlich informiert wird. 

Die rechtzeitige und offene Beteiligung der Anwohner im Baugenehmigungsverfahren ist eine Selbstverständlichkeit. 

  • Mut zu neuen Ufern, Vorgang von Gesundheit und Umwelt

Wir wollen zu neuen Ufern aufbrechen. Kreativität und Bürgersinn sind gefragt. Herborn gehört den Herborner Bürgern und Bürgerinnen. 
Sie lieben ihre Stadt und müssen mitentscheiden können, was, wann, wo und wie gebaut wird und wie Mobilität und Verkehr gestaltet werden.

Bei allen Entscheidungen genießen Gesundheit und Umwelt Vorrang, egal ob es um ein Parkhaus, einen Kreisel, eine Einbahnregelung, die Begrünung von Straßen, das Aufforsten zwischen Autobahn und Stadt, oder die Bebauung in Frischluftschneisen geht.

  • Leben am Fluss, Herborn an der Dill

Die Dill ist die Lebensader unserer Stadt. Die und die Dillufer sind in das Leben der Stadt einzubeziehen: Neugestaltete Uferwege, Grünanlagen, Treppen, Bootsanlieger und was es da alles noch für Möglichkeiten gibt. 

  • Gastronomie, Handel, Gewerbe und Industrie

Wir wollen eine Wirtschaftsentwicklung fördern. Die Stadt muss Personal und Finanzen bereitstellen und das Stadtmarketing stärken, damit Standorte gesichert und weiterentwickelt werden. 

Herborn hat eine lange Tradition als Standort für Industrie, Gewerbe und Handel. Überall auf der Welt trifft man auf „Made in Herborn“, denkt man nur an Sell, Rittal und die Herborner Pumpenfabrik. Herborn ist reich an erfindungsreichen und zuverlässigen Gewerbetreibenden. Herborn beheimatet zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte und bietet ein umfangreiches internationales Gastronomieangebot. Das macht Herborn lebens- und liebenswert. Wir müssen die Nach-Corona-Zeit aktiv gestalten und nicht darauf hoffen, dass sich alles regeln wird. City Card mit Bezahlfunktion, „Herborn liefert“ und gemeinsame Web-Shops der Herborner Geschäfte sind nur Stichworte.

verantwortlich: Ronald Lommel und Hans-Dieter Wieden
erstellt am 12.4.2021

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Corvinsche Druckerei

Zur Corvinsche Druckerei wurden am 23. April 2021 zwei interessante Artikel zur Sanierung des Gebäude und zu seiner historischen Bedeutung sowie ein Kommentar veröffentlicht:
Bitte folgen Sie den Links.

„Corvins alte Druckerei wird bald wieder hübsch gemacht“

https://www.mittelhessen.de/lokales/dillenburg/herborn/corvins-alte-druckerei-wird-bald-wieder-hubsch-gemacht_23566545

„Gedruckte „Türöffner“ aus Herborn“
Geschichtliche Einordnung von Rüdiger Störkel, Stadtarchivar a.D.

https://www.mittelhessen.de/lokales/dillenburg/herborn/gedruckte-turoffner-aus-herborn_23571879

„Wie eine Grabplatte zur Altarstufe wurde“
Kommentar zum Tag des Buches von Martin H. Heller

https://www.mittelhessen.de/lokales/dillenburg/herborn/wie-eine-grabplatte-zur-altarstufe-wurde_23572115

Wir sind froh über die Entwicklung, werden Sie aber weiter kritisch begleiten und hoffen, dass den Worten Taten folgen.

Zum vorhergehenden Sachstand mit Bildern:

Die Corvinsche Druckerei befindet sich in einem bedauerlichen Zustand. Bei dem äußeren Erscheinungsbild muss leider von einen „Denkmal in Not“ gesprochen werden.

Corvinsche Druckerei

Die Corvinsche Druckerei, auch als Paule Hof bekannt, ist neben Rathaus, Hohe Schule und Stadtkirche ein das Stadtbild prägendes Gebäude von geschichtlicher Bedeutung.

In der Nähe der Kirche liegt die ehemalige Druckerei der Hohen Schule, damals unterhalten von Buchdrucker Christoph Corvin. Erbaut um 1570, erlangte die Druckerei mit hochwertigen Druckwerken große Bedeutung im Europa des 16. Jahrhunderts.

Bedauerlicherweise befand und befindet sich das Gebäude seit Jahrzehnten im Privatbesitz und wirkt vernachlässigt, wie die Bilder zeigen.

„Wir für Herborn“ wollen uns dafür einsetzen, dass das Gebäude entsprechend seiner geschichtlichen Bedeutung denkmalgerecht erhalten und saniert wird. Zentrale Forderung ist, das Gebäude einer öffentlichen Nutzung zuzuführen. Aus unserer Sicht ist die Corvinsche Druckerei ein idealer Standort für das Städtische Museum, das derzeit in der Hohen Schule in beengten Verhältnissen untergebracht ist.

Zur Finanzierung dieser Idee schaden wir die Gründung einer Bürgerstiftung vor. Bereits zahlreiche Städte und Gemeinden, auch in unserer Region haben solche Stiftungen gegründet, um trotz „klammer“ Finanzen, Projekte zu finanzieren.

Näheres zu Bürgerstiftungen finden Sie unter:
https://www.stiftungsagentur.de/glossar/buergerstiftung

Weitere Informationen zur Corvinschen Druckerei finden Sie
in Siggi Gerdau Welt: https://gerdaus-welt.de

Ergänzung zum Artikel „Corvin’sche Druckerei“

Wer rettet die Corvin’sche Druckerei

Herborns Kulturgüter sind ein Besuchermagnet

Thesen zur Integrierten Stadtentwicklung

Das Konzept einer Integrierten Stadtentwicklung beinhaltet eine Perspektive für die nächsten 30 Jahre. Es beinhaltet Ziele der Entwicklung und soll die Fragen, wie wollen wir leben, wie soll sich Herborn in der nächsten Generation entwickeln und wie wird Herborn im Jahr 2051 zur Feier von 800 Jahre Stadtrechte aussehen.

Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept beinhaltet eine strategische Ausrichtung der zukünftigen urbanen Entwicklung. Es muss alle widerstreitenden Interessen angemessen berücksichtigen und bildet die Leitplanken für die Diskussionen über Einzelprojekte.

Dabei muss es auch die Einflüsse von außen sowie landes-, bundes- und weltweiten Entwicklungen berücksichtigen. Insbesondere sind Klimaschutz, die Veränderungen der Mobilität und der demografische Wandel wichtige Indikatoren.

Herborn leidet seid vielen Jahren darunter, dass es über kein Integriertes Stadt-entwicklungskonzept verfügt. Seit Stadtbaumeister Iffert und der Sanierung der Altstadt ist kein Konzept für eine in sich schlüssige auf Jahrzehnte angelegte Stadtentwicklung mehr erkennbar.

Immer wieder ist festzustellen, dass Entscheidungen über Einzelprojekte getroffen werden, die Optionen einer möglichen urbanen Entwicklung vereiteln oder behindern.
Politische Entscheidungen lassen die Partizipation der Bevölkerung, Transparenz und eine eingehende Abwägung aller Interessen vermissen.
Man gewinnt den Eindruck, dass Aspekte des Klimaschutzes, der Natur, des Stadtbildes und der Lebensqualität hinter wirtschaftlichen Interessen Einzelner zurückstehen.
Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind der Neubau hinter der Volksbank, die Erweiterungspläne des Kaufhauses und das Parkdeck am Hintersand sowie die Pläne zum Bau von Mehrfamilienhäusern am Weinberg. Aber auch die Bebauung am Pertuisplatz und der Bau des Hauses der Diakonie erfolgten ohne einen eingehenden Abwägungsprozess insbesondere zur urbanen Entwicklung – Stichwort Leben am Fluss – und die klimatischen Auswirkungen der Bebauung auf die Frischluftzufuhr für die Altstadt und das Stadtbild.

Ausgangslage
Herborn ist eine Kleinstadt mit neun Stadtteilen und rund 20.000 Einwohner, davon etwa die Hälfte in der Kernstadt. Mit den Nachbarstädten Dillenburg und Haiger nimmt Herborn die Funktion eins Mittelzentrums wahr. Weitere Zentren sind die Kreisstadt Wetzlar mit rund 50.000 Einwohnen, ca. 30 Kilometer entfernt, und Siegen im Nachbarland Nord-Rhein-Westfallen mit rund 100.000 Einwohnern, ca. 45 Kilometer entfernt.
Herborn ist industriell und von Gewerbebetrieben geprägt und verfügt (noch) über eine ausgewogenen Einzelhandelsstruktur.
Das Stadtbild der Kernstadt ist geprägt von der fast vollständig erhaltenen Altstadt mit seinen historischen Häusern, die seit Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts saniert wurden.
Das Bild der Stadteile ist geprägt von in Teilen erhaltenen Ortskernen. Die Stadteile haben sich ihre Identität weitestgehend bewahrt.
Historisch bestehen Beziehungen zum hessischen Westerwald und der angrenzenden Region im Westerwaldkreis sowie ins Aartal.
Während die Stadteile tendenziell Einwohner verlieren, wächst die Einwohnerschaft der Kernstadt moderat. Die Gesamteinwohnerzahl ist auch durch den Zuzug aus umliegenden Gemeinden stabil.
Zur demografischen Entwicklung verweisen wir auf Demographie-Bericht der Bertelsmann-Stiftung zur Entwicklung der Stadt Herborn (Lahn-Dill-Kreis)
https://www.wegweiser-kommune.de/kommunale-berichte/herborn-ldk

Die Vision Herborn 2051
Zu Beginn der 20er Jahre wurden die Ziele der Stadtentwicklung in einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept beschrieben.
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept wurde unter intensiver Beteiligung der Bevölkerung und aller relevanten Gruppen diskutiert. Der Diskurs wurde leidenschaftlich und fair geführt. Über die Ziele bestand weittestgehend Konsens.
In 2051 feiert Herborn 800 Jahre Stadtrechte. Herborn hat sich positiv entwickelt und gilt als die Perle im Dilltal, in der die Menschen gerne wohnen, einkaufen und arbeiten.

Die hier aufgeführten Ziele sollen als Beitrag zum Diskurs dienen!
Die Punkte sind in alphabethischer Reihenfolge aufgeführt.

• Digitale Infrastruktur
Alle Haushalte verfügen über einen dem Stand der Technik entsprechenden Internetanschluss. Das Herborn-Netz und die Herborn App (Modell: Sag‘s Wien) ermöglichen der Bevölkerung die Information über aktuelle Ereignisse und die Kommunikation mit Politik und Stadtverwaltung.

• Familien
Herborn ist attraktiv für Familien. Es verfügt über attraktive Angebote zur Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr und über differenzierte Schulangebote.
Es gibt attraktive Spielmöglichkeiten und Freizeitangebote für alle Altersgruppen.
Die Stadt und die Stadtteile sind durchzogen von Grünflächen, die zum Spielen und Verweilen einladen.

• Gesundes Leben in der Stadt
Das Leben in Herborn ist geprägt von gesunder Luft und der Rücksichtnahme auf Kranke und Gebrechliche. Die Stadt Herborn ist annährend barrierefrei. Straßen, Wege und Plätze wurden umgestaltet, die Gebäude so gut es geht barrierefrei umgebaut. Durch die Lage im Dilltal zwischen den Höhen von Westerwald und Lahn-Dill-Bergland genießt Herborn den Status eines Luftkurortes

• Klimaneutrale und umweltverträgliche Entwicklung
Die Klimaneutrale und umweltverträgliche Entwicklung berücksichtigt Maßnahmen zur Reduzierung der Wärme in den Kernen von Kernstadt und Stadteilen. Hierzu zählen der Verzicht auf Versiegelung von Flächen, der Erhalt der Bäume durch eine Baumschutzsatzung sowie die Begrünung von Gärten, Freiflächen und Dächern.
Der Tendenz zu pflegeleichten Steingärten ist ggf. mittels Satzung entgegen zu wirken.
Die Bauleitplanung berücksichtigt konsequent die Umweltbelange und die Auswirkungen auf das Klima und verhindert Bauvorhaben, die auf diese Belange keine Rücksicht nehmen.
Bei allen Bauvorhaben werden zwingend Umweltverträglichkeitsstudien durchgeführt, die die Auswirkungen auf das Mikroklima, insbesondere die Frischluftzufuhr und den Luftaustausch untersuchen und bewerten.
Auch die unmittelbare Anwohnerschaft wird bei den Planungen selbstverständlich einbezogen.

• Kultur
In Herborn besteht eine kulturelle Vielfalt durch Aneignung und Gestaltung der eigenen Lebensumwelt und der Gemeinschaft, in der wir leben. Kultur in Herborn ist mehr, als nur die klassischen Spielarten der Hochkultur. „Kultur wird selbst gestaltet“, anstatt Kultur zu konsumieren. Sie ist Grundlage für jeden Lernprozess, für unser Wissen, Denken und unsere praktischen Fähigkeiten und bestimmt die Regeln für die Gemeinschaft. Kultur bestimmt, wie wir die Welt sehen und wofür wir unser Wissen und unsere Fähigkeiten einsetzen wollen.

• Lärmschutz
Lärmschutzwände und Bepflanzungen an der Autobahn mindern Lärm und Emissionen. Bäume säumen die Umgehungsstraße und die Einfall- und Durchgangstraßen in der Stadt und in den Stadteilen.
Die Bahnstrecke ist in allen Ortslagen begrünt, auf der Strecke sind nur Lärm arme Züge zugelassen.
Die Begrünungen dienen zugleich dem Mikroklima und der Frischluftversorgung der Kernzonen.

• Mobilität
Die Entscheidungen berücksichtigen die sich ändernden Anforderungen an Mobilität.
Die Verkehrsführungen in den Kernzonen berücksichtigen vorrangig Fußgänger und Radfahrer. Mittelfristig werden in den Kernzonen nur noch Fahrzeuge mit Elektro oder anderen klimafreundlichen Antrieben zugelassen. Parkmöglichkeiten werden rund um die Kernzonen angeboten.
Der Bahnhof ist modern, ansprechend und mit Aufenthaltsqualität ausgebaut.
In den Richtungen Gießen, Kassel und Frankfurt sowie Siegen, Köln und Dortmund bestehen attraktive umsteigefreie Angebote des Regional- und Fernverkehrs im halbstündigen Takt einschließlich der Randzeiten bis mindestens 22 Uhr. Herborn ist Haltepunkt für die IC Verbindung „Frankfurt- Münster“.
Alle Stadteile sind mit der Kernstadt und untereinander durch ein Netz von Radwegen und öffentlichen Personennahverkehr verbunden.

• Stadtverwaltung und Politik
Es ist geübte Praxis, dass alle Projekte im Vorfeld von Entscheidungen transparent mit den Bürgern diskutiert werden. Die Stadtverwaltung ist freundlich, zugänglich und informiert sachlich und transparent.
Der Umgang Aller ist von wechselseitigem Respekt, Offenheit und Fairness geprägt.

• Tourismus
Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. In Kooperation mit den umliegenden Gemeinden wurde das Konzept des nachhaltigen naturnahen Tourismus umgesetzt Anzahl der Besucherinnen und Besucher und deren Verweildauer wurden gesteigert. Herborn bietet ein vielfältiges und attraktives kulinarisches und kulturelles Angebot für Einheimische und Touristen.
Die geschichtliche Bedeutung Herborns unterstreicht das Museum in der ehemaligen Corvin‘schen Druckerei.
Die Stadtmarketing GmbH ist mit ausreichend personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet, um Veranstaltungen zu organisieren, Stadtführungen anzubieten und für die Stadt Herborn und ihre Umgebung zu werben. Auch hier steht das Motto „Leben am und auf dem Fluss“ im Mittelpunkt.

• Urbanität
Ziele der urbanen Entwicklung sind der Erhalt der historischen Kerne in Kernstadt und den Stadtteilen. Dabei ist der Erhalt des Stadtbildes von entscheidender Bedeutung.
Zur Steigerung der Attraktivität und der Lebensqualität setzt die Stadt Herborn auf „Leben am Fluss“. Ziel sind durchgehende für Fußgänger und Radfahrer nutzbare Wege auf beiden Seiten der Dill mit Aufenthaltsqualität zum Verweilen für Jung und Alt.

• Wirtschaftliches Leben
Herborn verfügt über attraktive Standorte für Industrie- und Gewerbebetriebe und eine ausgewogene Einzelhandelsstruktur.
Die Einzelhandelsbetrieb schließen sich zusammengeschlossen und bieten Webshops und die Lieferung der Waren an die Kundschaft gemeinsam an.
Dies reduziert den Lieferverkehr erheblich. Die Herborn Card ist zu einer App mit Bestell- und Bezahlfunktion ausgebaut und erfreut sich großer Beliebtheit.

• Wohnen
Herborn verfügt über ausreichend bezahlbaren Wohnraum für alle Schichten der Bevölkerung. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft ist ein wesentlicher Faktor für die Bereitstellung auch altersgerechter und barrierefreier Wohnungen.
Als Flächen für eine Ergänzung der Wohnbebauung dienen vorrangig Baulücken, An- und Umbauten bestehender Bausubtanz und Brachflächen, wie z.B. im Hinterthal oder dem ehemaligen Toom Baumarkt.
Wohnen ist auch in den Stadteilen durch die Vernetzung der Mobilität attraktiv.
Dies beugt auch der Wanderbewegung in die Kernstadt vor.
Die Stadt unterstützt aktiv und finanziell Sanierungsprojekte für Wohnen in der Altstadt und Stadteilkernen. Sie fördert aktiv die Verwendung freier Grundstücke und leerstehender Wohnungen.

Stand 28.02.2021

Zukunftswerkstatt

Wie wollen wir in Herborn wohnen und leben? Diese Frage treibt uns um und dazu wollen wir Bürger und Fachleute für einen Diskurs gewinnen, um Ideen und Visionen zu entwickeln, wie Herborn zur 800 Jahrfeier aussehen soll und kann. Ein Ideenwettbewerb könnte in einem ersten Schritt sich mit der Frage beschäftigen: „Wie soll das künftige Entree zur Stadt im Süden aussehen?“

Ronald Lommel und Hans-Dieter Wieden haben hierzu Ideen und Visionen entwickelt, wie ein für Bürger, Kunden und Besucher der Stadt sowie Touristen im Süden der Stadt ein gleichermaßen für alle Gruppen attraktives Tor zur Altstadt aussehen könnte.

Herborn braucht im Süden ein attraktives Tor zur Altstadt. 
Parkmöglichkeiten auf dem Schießplatz statt eines Parkhauses am Hintersand.

Leben am Fluss ist der Kerngedanke einer neuen Stadtentwicklung, 

Wie könnte das neue Tor aussehen? Wie lässt sich dies alles verbinden?

Ziele sind:

  • Erhaltung des historischen Stadtbildes
  • Vermeidung von Verkehr in der Altstadt durch Parksuchverkehre 
  • Attraktive fußläufige Zugänge zur Altstadt über Westerwaldstraße, Eisernen Steg und Bahnhofsbrücke
  • Bessere Anbindung und mehr Parkplätze auf dem Schießplatz z.B. durch 
    • Bau des Kreisels Höhe Balzer und Nassauer
    • Bau eines hochwassersicheren Parkdecks in offener Bauweise
    • Zusätzliche Zu- und Abfahrten unmittelbar zur B 277
    • Parkraumbewirtschaftung auf Teilen des Schießplatzes 
    • Gestaltung und Begrünung des Schießplatzes
  • Unsere Dill insgesamt mit durchgehenden Verbindungen an beiden Ufern – einbeziehen – „Leben am Fluss“ 

Zielgruppen

Unsere Bürger     – „Lebens- und Wohnqualität“

Unsere Kunden   – „Einkaufen als Erlebnis“

Unsere Gäste      – „Attraktiv für Touristen und Besucher“ 

Für alle Zielgruppen gilt: “Aufenthaltsqualität erhalten und verbessern“

Mögliche Lösungen

  • Planung und Bau des seit Jahren geplanten Kreisels an der Kreuzung Balzer und Nassauer binnen der nächsten drei Jahre
  • Anstelle der Abbiegespur auf der Westerwaldstraße entstehen ein breiter Bürgersteig und ein Fahrradweg, die von den verbleibenden Fahrspuren räumlich durch Begrünung getrennt werden
  • Durchgehender Ausbau der Uferwege auf beiden Seiten der Dill
  • Bau eines Parkdecks auf einer Teilfläche des Schießplatzes
  • Unmittelbare Anbindung an die B 277 über das zu errichtende Parkdeck
  • Einbeziehung aller Brücken (Westerwaldstraße, Eiserner Steg, Brücke zum Festplatz und Bahnhofsbrücke) in die neue Wegführung
  • Aufwertung der Dilluferwege auf beiden Seiten der Dill z.B. durch Pflanzen, Ruhezonen und Bänke 
  • Cafe’s, Eisdielen, Gaststätten und eine Strandbar unmittelbar an der Dill
    oder mit Blick auf die Dill
  • Beschilderung der Wege von und zur Altstadt und eines historischen Rundweges

Als Fachleute möchten wir gewinnen 

Stadtplaner und Architekten

Bertelsmann Stiftung 

Zukunftsforscher

In die Diskussion einbringen sollen sich

Engagierte Bürgerinnen und Bürger

Eigentümer der Häuser in der Altstadt

Inhabergeführte Geschäfte und Betriebe

Investoren, die nicht nur nach Profit streben

Vertreter*innen der Vereine und der gesellschaftlich relevanten Gruppen

„WIR FÜR HERBORN“ suchen Mitstreiter, die ein Herz für unsere Stadt Herborn haben, hier gerne leben oder leben wollen. 
Wenn WIR BÜRGER FÜR HERBORN Ihr Interesse geweckt haben,
melden Sie sich Bitte telefonisch bei:
Ronald Lommel, 02772 5726555, Hans-Dieter Wieden, 02772 40674
oder per mail an: buergerherborn2051@aol.com

Integrierte Stadtentwicklung

Aus der Geschichte lernen
und die Stadt Herborn weiterentwickeln!

Ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept beinhaltet eine strategische Ausrichtung der zukünftigen urbanen Entwicklung.
Es muss alle widerstreitenden Interessen angemessen berücksichtigen und bildet die Leitplanken für die Diskussionen über Einzelprojekte.

Dabei muss es auch die Einflüsse von außen sowie landes-, bundes- und weltweiten Entwicklungen berücksichtigen. Insbesondere sind Klimaschutz, die Veränderungen der Mobilität und der demografische Wandel wichtige Indikatoren.

Herborn leidet seid vielen Jahren darunter, dass es über kein Integriertes Stadt-entwicklungskonzept verfügt. Seit Stadtbaumeister Iffert und der Sanierung der Altstadt ist kein Konzept für eine in sich schlüssige auf Jahrzehnte angelegte Stadtentwicklung mehr erkennbar.

Immer wieder ist festzustellen, dass Entscheidungen über Einzelprojekte getroffen werden, die Optionen einer möglichen urbanen Entwicklung vereiteln oder behindern. 

Politische Entscheidungen lassen die Partizipation der Bevölkerung, Transparenz und eine eingehende Abwägung aller Interessen vermissen. 

Man gewinnt den Eindruck, dass Aspekte des Klimaschutzes, der Natur, des Stadtbildes und der Lebensqualität hinter wirtschaftlichen Interessen Einzelner zurückstehen. 

Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind der Neubau hinter der Volksbank, die Erweiterungspläne des Kaufhauses und das Parkdeck am Hintersand sowie die Pläne zum Bau von Mehrfamilienhäusern am Weinberg. Aber auch die Bebauung am Pertuisplatz und der Bau des Hauses der Diakonie erfolgten ohne einen eingehenden Abwägungsprozess insbesondere zur urbanen Entwicklung – Stichwort Leben am Fluss – und die klimatischen Auswirkungen der Bebauung auf die Frischluftzufuhr für die Altstadt und das Stadtbild. 

Ausgangslage

Herborn ist eine Kleinstadt mit neun Stadtteilen und rund 20.000 Einwohner, davon etwa die Hälfte in der Kernstadt. Mit den Nachbarstädten Dillenburg und Haiger nimmt Herborn die Funktion eins Mittelzentrums wahr. Weitere Zentren sind die Kreisstadt Wetzlar mit rund 50.000 Einwohnen, ca. 30 Kilometer entfernt, und Siegen im Nachbarland Nord-Rhein-Westfallen mit rund 100.000 Einwohnern, ca. 45 Kilometer entfernt.

Herborn ist industriell und von Gewerbebetrieben geprägt und verfügt (noch) über eine ausgewogenen Einzelhandelsstruktur. 

Das Stadtbild der Kernstadt ist geprägt von der fast vollständig erhaltenen Altstadt mit seinen historischen Häusern, die seit Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts saniert wurden. 

Das Bild der Stadteile ist geprägt von in Teilen erhaltenen Ortskernen. Die Stadteile haben sich ihre Identität weitestgehend bewahrt.

Historisch bestehen Beziehungen zum hessischen Westerwald und der angrenzenden Region im Westerwaldkreis sowie ins Aartal.

Während die Stadteile tendenziell Einwohner verlieren, wächst die Einwohnerschaft der Kernstadt moderat. Die Gesamteinwohnerzahl ist auch durch den Zuzug aus umliegenden Gemeinden stabil.

Zur demografischen Entwicklung verweisen wir auf Demographie-Bericht der Bertelsmann-Stiftung zur Entwicklung der Stadt Herborn (Lahn-Dill-Kreis)

https://www.wegweiser-kommune.de/kommunale-berichte/herborn-ldk

Die Vision Herborn 2051

Zu Beginn der 20er Jahre wurden die Ziele der Stadtentwicklung in einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept beschrieben.

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept wurde unter intensiver Beteiligung der Bevölkerung und aller relevanten Gruppen diskutiert. Der Diskurs wurde leidenschaftlich und fair geführt. Über die Ziele bestand weittestgehend Konsens.

In 2051 feiert Herborn 800 Jahre Stadtrechte. Herborn hat sich positiv entwickelt und gilt als die Perle im Dilltal, in der die Menschen gerne wohnen, einkaufen und arbeiten.

Die hier aufgeführten Ziele sollen als Beitrag zum Diskurs dienen! Die Punkte sind in alphabethischer Reihenfolge aufgeführt. 

Digitale Infrastruktur

Alle Haushalte verfügen über einen dem Stand der Technik entsprechenden Internetanschluss. Das Herborn-Netz und die Herborn App (Modell: Sag‘s Wien) ermöglichen der Bevölkerung die Information über aktuelle Ereignisse und die Kommunikation mit Politik und Stadtverwaltung.

Familien

Herborn ist attraktiv für Familien. Es verfügt über attraktive Angebote zur Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr und über differenzierte Schulangebote. 
Es gibt attraktive Spielmöglichkeiten und Freizeitangebote für alle Altersgruppen.

Die Stadt und die Stadtteile sind durchzogen von Grünflächen, die zum Spielen und Verweilen einladen.

Klimaneutrale und umweltverträgliche Entwicklung

Die Klimaneutrale und umweltverträgliche Entwicklung berücksichtigt Maßnahmen zur Reduzierung der Wärme in den Kernen von Kernstadt und Stadteilen. Hierzu zählen der Verzicht auf Versiegelung von Flächen, der Erhalt der Bäume durch eine Baumschutzsatzung sowie die Begrünung von Gärten, Freiflächen und Dächern.

Der Tendenz zu pflegeleichten Steingärten ist ggf. mittels Satzung entgegen zu wirken.

Die Bauleitplanung berücksichtigt konsequent die Umweltbelange und die Auswirkungen auf das Klima und verhindert Bauvorhaben, die auf diese Belange keine Rücksicht nehmen.

Bei allen Bauvorhaben werden zwingend Umweltverträglichkeitsstudien durchgeführt, die die Auswirkungen auf das Mikroklima, insbesondere die Frischluftzufuhr und den Luftaustausch untersuchen und bewerten.

Auch die unmittelbare Anwohnerschaft wird bei den Planungen selbstverständlich einbezogen.

Lärmschutz

Lärmschutzwände und Bepflanzungen an der Autobahn mindern Lärm und Emissionen. Bäume säumen die Umgehungsstraße und die Einfall- und Durchgangstraßen in der Stadt und in den Stadteilen. 

Die Bahnstrecke ist in allen Ortslagen begrünt, auf der Strecke sind nur Lärm arme Züge zugelassen.

Die Begrünungen dienen zugleich dem Mikroklima und der Frischluftversorgung der Kernzonen.

Mobilität

Die Entscheidungen berücksichtigen die sich ändernden Anforderungen an Mobilität. 

Die Verkehrsführungen in den Kernzonen berücksichtigen vorrangig Fußgänger und Radfahrer. Mittelfristig werden in den Kernzonen nur noch Fahrzeuge mit Elektro oder anderen klimafreundlichen Antrieben zugelassen. Parkmöglichkeiten werden rund um die Kernzonen angeboten.

Der Bahnhof ist modern, ansprechend und mit Aufenthaltsqualität ausgebaut.

In den Richtungen Gießen, Kassel und Frankfurt sowie Siegen, Köln und Dortmund bestehen attraktive umsteigefreie Angebote des Regional- und Fernverkehrs im halbstündigen Takt einschließlich der Randzeiten bis mindestens 22 Uhr.

Herborn ist Haltepunkt für die IC Verbindung „Frankfurt- Münster“.

Alle Stadteile sind mit der Kernstadt und untereinander durch ein Netz von Radwegen und öffentlichen Personennahverkehr verbunden. 

Stadtverwaltung und Politik

Es ist geübte Praxis, dass alle Projekte im Vorfeld von Entscheidungen transparent mit den Bürgern diskutiert werden.

Die Stadtverwaltung ist freundlich, zugänglich und informiert sachlich und transparent.

Der Umgang Aller ist von wechselseitigem Respekt, Offenheit und Fairness geprägt.

Tourismus

Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Ziel ist die Anzahl der Besucherinnen und Besucher sowie deren Verweildauer zu steigern.

Herborn bietet ein vielfältiges und attraktives kulinarisches und kulturelles Angebot für Einheimische und Touristen. Die geschichtliche Bedeutung Herborns unterstreicht das Museum in der ehemaligen Corvin‘schen Druckerei.

Die Stadtmarketing GmbH ist mit ausreichend personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet, um Veranstaltungen zu organisieren, Stadtführungen anzubieten und für die Stadt Herborn zu werben. 

Auch hier steht das Motto „Leben am und auf dem Fluss“ im Mittelpunkt.

Urbanität

Ziele der urbanen Entwicklung sind der Erhalt der historischen Kerne in Kernstadt und den Stadtteilen. Dabei ist der Erhalt des Stadtbildes von entscheidender Bedeutung.

Zur Steigerung der Attraktivität und der Lebensqualität setzt die Stadt Herborn auf „Leben am Fluss“. Ziel sind durchgehende für Fußgänger und Radfahrer nutzbare Wege auf beiden Seiten der Dill mit Aufenthaltsqualität zum Verweilen für Jung und Alt. 

Wirtschaftliches Leben

Herborn verfügt über attraktive Standorte für Industrie- und Gewerbebetriebe und eine ausgewogene Einzelhandelsstruktur. 

Die Einzelhandelsbetrieb schließen sich zusammengeschlossen und bieten Webshops und die Lieferung der Waren an die Kundschaft gemeinsam an. 
Dies reduziert den Lieferverkehr erheblich. Die Herborn Card ist zu einer App mit Bestell- und Bezahlfunktion ausgebaut und erfreut sich großer Beliebtheit. 

Wohnen

Herborn verfügt über ausreichend bezahlbaren Wohnraum für alle Schichten der Bevölkerung. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft ist ein wesentlicher Faktor für die Bereitstellung auch altersgerechter und barrierefreier Wohnungen.

Als Flächen für eine Ergänzung der Wohnbebauung dienen vorrangig Baulücken, An- und Umbauten bestehender Bausubtanz und Brachflächen, wie z.B. im Hinterthal oder dem ehemaligen Toom Baumarkt. 

Wohnen ist auch in den Stadteilen durch die Vernetzung der Mobilität attraktiv. 
Dies beugt auch der Wanderbewegung in die Kernstadt vor.

Die Stadt unterstützt aktiv und finanziell Sanierungsprojekte für Wohnen in der Altstadt und Stadteilkernen. Sie fördert aktiv die Verwendung freier Grundstücke und leerstehender Wohnungen.

aufgestellt am 19. August 2020
von Ronald Lommel und Hans-Dieter Wieden